Die Vorgeschichte

Die Eisenbahn beeinflusste wesentlich die wirtschaftliche Entwicklung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Deutschland. Kriege aus politischen Gründen waren zu dieser Zeit keine Seltenheit. Noch dazu stand Deutschland vor dem Problem der Kleinstaaterei. Der Deutsch-Französische Krieg 1870 zählte neben dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 zu den deutschen Einigungskriegen im 19. Jahrhundert.  Innenpolitische Ziele versuchte man mit einer Politik nach außen zu erreichen indem Konflikte nach außen hin durch eine Einheitsbewegung der Kleinstaaten in Deutschland zu einer Beseitigung führte. So rückte auch für die preußische Politik das Verhältnis zu Frankreich in den Vordergrund. Napoleon der III. erkannte den Machtzuwachs Preußens und auch die sich abzeichnende nationale Einigung Deutschlands. Als Einheitsstaat würde dieses Land in Europa eine Vormachtstellung erlangen und somit eine größere Macht ausüben, was ein Nachteil für Frankreich darstellen würde. Frankreich erklärte schließlich Deutschland den Krieg, wobei auch andere Gründe als Anlass galten. Deutschland siegte in diesem Krieg gegenüber Frankreich. Im Frieden von Frankfurt (10.5.1871) trat Frankreich das Elsaß und Lothringen ab und verpflichtete sich zur Zahlung von fünf Milliarden Franc Kriegsentschädigung. Noch im gleichen Jahr des Vertrages wurde das Deutsche Reich gegründet. Die Erfahrung dieses Krieges zeigte den Preußisch-deutschen Staat, dass eine möglichst geradlinige und schnelle Bahnverbindung von Berlin nach Koblenz unabdingbar sei. Somit wollte man die im Krieg erworbenen Gebiete vor Frankreich sichern, die schnelle Verbindung zu Elsaß und Lothringen herstellen und die Staatsbahnkomplexe vereinen.

Die Finanzierung der von preußischer Herrschaft geplanten "Berlin-Coblenzer-Eisenbahn", die so genannte "Kanonenbahn", wurde durch die Reparationszahlungen von Frankreich ermöglicht.

Die Nutzung der Bahn rückte immer mehr in den Mittelpunkt des strategischen Denkens. Neue Bahnstrecken mussten gebaut werden, um den ständig wachsenden militärischen Anforderungen gerecht zu werden.